15.04.2026
Götterdämmerung oder Untergang der Titanic mit Abschied der Freiheit?
Wolfgang Kubicki – 74 Jahre – will die FDP retten. Das Gedankenkarussell des kleinen Philosophen hat sich angefangen zu drehen, als er diese Überschrift las.
Kubicki – eigentlich ein fähiger Politiker, der das Potenzial hätte die Partei zu retten, mindestens vorübergehend.
Rettung der Partei? Der FDP, gegründet am 11./12. Dezember 1948 in Heppenheim, als Zusammenschluss liberaler Parteien aus den westlichen Besatzungszonen. Erster Vorsitzender war der spätere Bundespräsident Theodor Heuss (*1883-1963) und Stellvertreter Frank Blücher (*1896-1959). Der inhaltliche Grundgedanke der FPD ist/war der Liberalismus, die Freiheit des Einzelnen, insbesondere vor staatlicher Gewalt.
Jetzt erwacht in mir der Advocatus Diaboli und stellt die Frage.
Müssen wir die FDP retten oder den Liberalismus?
Ich würde die Frage ohne weitere Prüfung mit Ja beantworten, die FDP, hätten wir noch Politiker wie Gerhard Rudolf Baum (*1932-2025), Hildegard Hamm-Brücher (*1921-2016) oder Burkhard Hirsch (*1930-2020) in der Partei, die jetzt das Ruder herumreißen würden, das die Titanic-FDP nicht untergeht.
Über die Jahrzehnte der Feigheit der liberalen Partei, sich ohne Machtberücksichtigung um ihre liberalen Werte zu kümmern, ist jedoch die Götterdämmerung im Endstadium.
Für mich ist die FDP so nicht zu retten, zumal auch immer das Gschmäckle der Vergangenheit anhaftet, gerade auch an Kubicki. Er ist 74 Jahre und hatte genug Zeit, seit der Ära Möllemann (*1945-2003) die FDP auf Vordermann zu bringen. Die Macht für die Partei stand aber immer im Vordergrund. Wieso sollte das jetzt anders sein.
Wir dürfen keine Diskussion über eine tote Partei, mit den letzten Zuckungen führen, wir müssen über den dringend benötigten Liberalismus in der Politik reden.
Wie die Enzyklopädie Brockhaus schreibt „ist der Liberalismus eine neuzeitliche Bezeichnung für philosophische und politische Lehren, die das Individuum als Selbstzweck betrachten, dem Gemeinschaft und Staat zu dienen haben, und nicht mehr umgekehrt wie in der klassischen politischen Philosophie. Der Liberalismus antwortete auf die Religionskriege des 17. Jahrhunderts.
Der Liberalismus des 17. Und 18. Jahrhunderts entsprang der wirtschaftlichen wie politischen Emanzipation des Bürgertums, das sich von der Vorherrschaft der Monarchie, des Adels wie des Klerus zu befreien versuchte. Insofern verbindet sich der Liberalismus mit der Aufklärung. Er schließt an deren naturwissenschaftlich begründeten Rationalismus an und überträgt ihn auf Anthropologie, Gesellschafts- und Staatslehre. Im angelsächsischen und deutschen Raum orientiert sich der Liberalismus nicht atheistisch, jedoch säkular im Sinn der Religionsfreiheit sowie Trennung von Staat und Kirche.
Für den Liberalismus präsentiert sich als primäre Staatsaufgabe der Schutz der individuellen Freiheit. Dazu muss die staatliche Macht sowohl beschränkt als legitimiert werden. Um Willkür der Exekutive auszuschließen und Rechtssicherheit zu gewährleisten, soll die Gewaltenteilung (Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède et de Montesquieu (1689-1755) die staatliche Macht begrenzen. Die Legislative gewinnt ihre Legitimität durch Teilhaberrechte des Bürgers, die letztlich durch das Prinzip der Volkssouveränität alle staatliche Macht begründen. Daraus ergibt sich als liberale Regierungsform die parlamentarische Demokratie, an der sich der Bürger sowohl aktiv als auch passiv durch ein allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht beteiligt wird.“
Der Liberalismus ist demnach eine Denkrichtung der politischen Philosophie, die sich für die Verteidigung individueller menschlicher Rechte, wie der Gleichheit vor dem Gesetz, Freiheit, Sicherheit und Eigentum einsetzt und auf der individuellen und freiwilligen Kooperation von Menschen basiert, die Regelung nur zum Schutz dieser Rechte vorsieht. Immanuel Kant (*1724-1804) fügt dieser Definition einen wichtigen Aspekt hinzu, nämlich dass der höchste ethische und rechtliche Wert in einem Rechtsstaat die Menschenwürde ist. Der Mensch ist autonom und daher frei darin zu handeln und seine eigenen Ziele zu wählen.
Jetzt stellt sich doch die Frage, warum machen wir von diesen Rechten keinen Gebrauch und schreiben nach Regelungsparteien am rechten und linken Rand und stärken die AfD immer mehr. Schuld daran sind die von uns gewählten Politiker, die ihr Mandat nicht in der Sache, als Diener*innen vom Volk sehen, sondern im Eigennutz und der Selbstdarstellung. Wir – das Volk – sind aber zu feige hier zu handeln, bevorzugen die Unfreiheit.
Schauen wir uns ein Beispiel an. Unsere Bundestagspräsidentin Frau Julia Klöckner, die in der politischen Protokollordnung Deutschland als „zweite Frau im Staat“ (zweithöchste Repräsentantin) postet in ihrer Selbstdarstellung, die vor das Amt geht an Ostern, in einem säkularen Land
„Resurrexit vere. Er ist wahrhaftig auferstanden! Für mich war es ein besonderer Auferstehungsgottesdienst – dieses Mal nicht in meiner Heimat an der Nahe: Stimmungsvoll Osternacht mit Osterfeuer und afrikanischem Chor im Kleinen Michel in Hamburg, ein schön, auch weil meine Kollegin @franziskahoppermann.cdU gesungen hat.“
Hierfür habe ich keinerlei Verständnis, in einem liberalen freien Land. Amt und privat sollte man unterscheiden können. Zum Glück war die Kollegin auch von der CDU, nicht von der AfD.
Bleiben wir bei Frau Klöckner, sie postet an Ostermontag;
„Unsere Freiheit besteht nicht in dem Versprechen: Du wirst Recht bekommen.
Sie besteht im Versprechen Du darfst sprechen, aber auch widersprechen.“
Wir können uns glücklich schätzen solche fähigen Politiker*innen zu haben, die sich so für die Freiheit einsetzen. Ich wollte diesen Post kommentieren, ich bin wieder mal gesperrt für unsere Bundestagspräsidenten, anscheinend hat sie bedenken ich widerspreche. Okay – sie ist gläubige praktizierende Katholiken, da muss man es nicht, mit dem achten Gebot (Exodus 20,16) so genau nehmen, Fehltritte kann man durch die Beichte aufheben.
Unsere Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche, will die Spritpreise nicht durch staatlichen Eingriff, Senkung der staatlichen Steuer, wie in anderen europäischen Ländern senken. Sie verkennt, die „Kuh die Milch produziert, sollte man nicht schlachten“. Sind wir alle zu feige zu sagen, so Schluss lieber Politiker in Berlin, aber Dienstag nach Ostern, fährt kein Arbeitnehmer*in zur Arbeit, bis eine Basis geschaffen ist, die auch für jeden Haushalt finanzierbar ist.
Ob Frau Reiche nachvollziehen kann, welche Geldmittel in einem Haushalt verfügbar sind, mag ich bezweifeln. Wie der Spiegel am 21.02.2026 berichtet, nahm Frau Reiche an einem privaten VIP-Treffen in Tirol (Alpenresort Sacher, Seefeld) Anfang Oktober 2025 teil. Sie ließ ihren Dienstwagen inklusive Chauffeure 1 300 km Leerfahrt machen von und nach Berlin, obwohl sie per Flugzeug anreiste.
Der Steuerzahler, welcher jetzt die hohen Spritkosten zahlen muss, zahlt dies für das private VIP-Treffen. Wie feige sind wir, was lassen wir uns alles gefallen.
In meinem ZwillingsBlick vom 25.03.2026 – Die unsichtbare Tat – schrieb ich über die Verwendung des Sondervermögens in Höhe von 500 Mrd. Euro, was der alte Bundestag noch beschlossen hat. Der Steuerzahler – also wieder Bürger der auch die hohen Spritkosten zahlt – hat der Regierung eine Kreditermächtigung mit zweckgebundener Verwendung gegeben.
Das Münchner ifo Institut kommt nun zur Feststellung, dass 95 Prozent an neu aufgenommen Schulden, nicht für den vorbestimmten Zweck verwendet wurden. Kein Problem – wir arbeiten weiter für die Steuer, das das alles bezahlbar ist, weil wir zu feige sind, hier den Politikern*innen die rote Karte zu zeigen. Weitere Beispiele fast bis in die Unendlichkeit könnten hier aufgezählt werden.
Genau hier setzt der Liberalismus an. Wir haben diese Freiheit, wir haben diese Möglichkeiten als Bürger einzuschreiten, bei solcher Verteilungsmentalität zu welchem Zweck auch immer.
Der Liberalismus wurde über die Aufklärung bis heute hart erkämpft. Nutzen wir diesen wieder, werden wir als Bürger aktiv für die Freiheit, Menschenrecht, Friede usw.
Die FDP hatte ihre Chance, jede Glaubwürdigkeit ist verspielt, insbesondere dann auch, wenn neues aus der Vergangenheit geschaffen werden soll, gleichgültig wie fähig diese Menschen sind.
Wir brauchen eine neue liberale Bewegung – Partei – die die Wurzeln und das Handeln in der Freiheit der Menschen sieht und nicht auf kurzfristige Macht fixiert ist.
Werden wir endlich aktiv.







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